Wie entstehen Wüsten? – Teil 1

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Wie entstehen Wüsten? – Teil 1

Marco, Shi La und Luigi durchqueren auf ihrer Reise die verschiedensten Landschaften – von der glühend heißen Wüste, über den feucht-warmen Dschungel, bis hin zu verschneiten Gebirgen. Aber wieso sind diese Gebiete eigentlich so unterschiedlich? Wie entstehen sie? Wir erklären es euch und fangen heute mit den Wüsten an.

Was ist eine Wüste?

Eine Wüste ist ein Gebiet, in dem es so trocken ist, dass dort kaum Pflanzen wachsen. In einem ganzen Jahr fallen in einer Wüste nur 50ml Regen auf einen Quadratmeter Boden. In ein ganz normales Trinkglas passt vier Mal so viel Wasser, wie es in so einer Wüste gibt.

In vielen dieser Wüsten ist es außerdem sehr warm und der Boden enthält nur sehr wenige Nährstoffe. Es gibt aber auch ganz andere, kalte Wüsten. Denn auch im ewigen Eis am Nord- und Südpol wachsen keine Pflanzen. Diese Gebiete werden Eiswüsten genannt.

Wir beschäftigen uns aber mit den warmen Stein- und Sandwüsten. Von ihnen gibt es vier unterschiedliche Arten, die auf verschiedene Weisen entstehen: Wüsten in Äquatornähe, Wüsten weit weg vom Meer, Wüsten ganz nah am Meer, und Wüsten hinter Bergen.

Wüsten in Äquatornähe

Wie entstehen Wüsten - Sahara

Die Sahara ist eine typische Wendekreiswüste. Bild: Ktrinko (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Der Äquator ist eine gedachte Linie, die wie ein Gürtel genau um die Mitte der Erdkugel herum verläuft. Dieser Teil der Erde ist besonders nah an der Sonne, weshalb es sehr warm dort ist. Die Hitze lässt Wasser verdampfen und nach oben steigen: Es entstehen Regenwolken. Doch diese Regenwolken regenen sich über dem Äquator wieder ab, sobald sie höhere und kältere Luftschichten erreichen. In diesen oberen Luftschichten bleibt also nur trockene Luft – und die weht in die Gebiete nördlich und südlich des Äquators. Dort drehen sich die Luftströme so, dass sie das ganze Jahr über als heißer, trockener Wind über die Landschaft fegen. Dadurch wird die Gegend zur Wüste.

Weil das Gebiet, in dem sich die trockenen Luftströme drehen, auch als Wendekreis bezeichnet wird, nennt man diese Art der Wüste Wendekreiswüste. Die bekannteste und größte Wendekreiswüste auf der Welt ist die Sahara in Nordafrika.

Wüsten weit weg vom Meer

Die Wüste Gobi ist als Binnenwüste von Landmassen umgeben. Bild: Ktrinko (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Regenwolken entstehen über dem Meer, wenn dort Wasser von der Sonne verdampft wird. Doch manche Gebiete sind einfach so weit vom Meer entfernt, dass die Wolken sich abregnen und auflösen, bevor sie dort ankommen. Das sind die sogenannten Binnenwüsten. Die größte von ihnen ist die Wüste Gobi in Asien. Aber auch die Wüste Lop Nur, die Marco und seine Freunde in Folge 17 zusammen mit Sindbad durchqueren, ist eine Binnenwüste.

Neben der Lage in der Mitte großer Kontinente, unabhängig von der Entfernung zu Äquator, gibt es noch einen weiteren Unterschied zwischen Binnen- und Wendekreiswüsten. Denn während es in Wendekreiswüsten immer sehr warm ist, gibt es in Binnenwüsten Jahreszeiten. Im Sommer herrscht dort sengende Hitze; im Winter eisige Kälte. Nur eins bleibt trotzdem immer gleich: Es regnet so gut wie nie.

Das gilt auch für die beiden Wüsten-Arten, um die es in unserem nächsten Beitrag geht: die Wüsten ganz nah am Meer und die Wüsten hinter Bergen.

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